Gordon Crosby
Wochenende. Das Rennen ist gewonnen. Die Arbeit fur die Presse beginnt. Frederick Gordon-Crosby, bei seinen Kollegen als Gorby bekannt, arbeitet fur das weltweit erste Automagazin, The Autocar. Er ist ein echter Petrolhead, auch wenn dieser Begriff in den 30er Jahren wahrscheinlich noch nicht existierte. Selbst wenn er nicht bei einem Rennen dabei sein konnte und Kollege Sammy Davis ihm erklarte, wie das Rennen verlaufen war, zeichnete Gorby das passende Bild dazu. Sammy erzaehlt, Freddy uebersetzt. Mit Holzkohle, Stift, Pastellkreide oder Olfarbe.
Aber heute ist er da, zwischen den noch dampfenden Maschinen. Der Geruch, der Staub, die Fahrer. Die Rennbrillen werden abgenommen. Freddy liest in ihren Augen: Mudigkeit, Stolz und, ehrlich gesagt, Erleichterung. In seinem Kopf sieht er die Geschwindigkeit, die Gefahr und den dazugehorigen Nervenkitzel, den sie getrotzt haben mussen. Diese Geschwindigkeit will er zeigen. Ganz ruhig, die Illustrationen mussen bis nachsten Freitag abgegeben werden. Ein Stuck weiter steht Bryan de Grineau und skizziert fur das Auto-Magazin The Motor. Er muss schon bis nachsten Dienstag abgeben. Armer Bryan, fur ihn beginnt das Rennen erst. Freddy packt seine Skizzen ein und rast gelassen in sein Atelier.
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Freddy kennt viele Autos in- und auswendig. In letzter Zeit hat er viele technische Querschnitte von Autos angefertigt. Wenn er zu Autoschauen geht, nimmt er seine Zeichensachen mit und haelt unbeirrt jedes technische Detail fuer The Autocar fest. Hersteller werden davon manchmal nervoes und versuchen, ihn aufzuhalten. Auf der Autoshow in Paris ging das sogar so weit, dass die Polizei gerufen wurde. Die Gendarmerie liess Freddy jedoch gehen, denn er tat nichts Illegales. Und ausserdem, die Arbeit war wunderschoen!
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Jetzt geht es um das Rennen. Um die Geschwindigkeit. Zuerst in Holzkohle: Linien. Dann in Ololfarbe: Streifen, Kleckse, Farben, Leben auf der Leinwand. Wie in einem Rennen, Fahrt aufnehmen. Ein Tempoteufel in Blau bohrt sich durch eine hugelige Landschaft, aus einem Blickwinkel, an dem noch niemand je hat stehen konnen. Ja, so wird er es machen. Frederick Gordon-Crosby schafft journalistische Kunst. Und er gibt sein Talent an seinen Sohn Peter weiter. Freddy bleibt sein ganzes Leben im Dienst von The Autocar. Das klingt langer, als man denkt. Gordon-Crosby war schon langere Zeit krank, und als sein Sohn Peter 1942 in einem Kriegsflugzeug ums Leben kam, setzte er seinem eigenen Leben ein Ende.
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Der Autocar lebt weiter. Jahre spater taucht ein anderes Talent auf der Gehaltsliste auf: James May, heute bekannt aus Top Gear und The Grand Tour, schreibt fur Autocar. Aber nicht lange. Aus Langeweile und Frustration erschafft er eine versteckte Botschaft, die man nur lesen kann, wenn man die Anfangsbuchstaben seiner geschriebenen Kolumnen aneinanderreiht. Die Redaktion fu hlt sich beleidigt und James May muss gehen. Aber nun, das ist wieder eine andere Geschichte.







