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Internationale Spitzensammlung historischer Teleskope

Internationale Spitzensammlung historischer Teleskope

31. Januar 2014

Die Niederlande haben eine internationale Spitzensammlung dazugewonnen: die Louwman Collection of Historic Telescopes. Die Sammlung, mit Spitzenstucken wie einer originalen Linse von Christiaan Huygens aus dem Jahr 1656 und dem eleganten Opernglas von Marie Antoinette aus dem 18. Jahrhundert, ist das Ergebnis von einem halben Jahrhundert leidenschaftlichen Sammelns durch den Astronomen P.J.K. Louwman. Die auerordentlich umfangreiche Sammlung von Teleskopen und Fernglasern ist weltweit einzigartig und kann ab sofort im Louwman Museum besichtigt werden.

Louwman sammelte in uber funfzig Jahren mehrere Hundert historische Fernglaser, von sehr klein bis extrem gross. So vielfaltig wie die Einsatzmoglichkeiten der Teleskope sind, so gross ist auch die Vielfalt, die die Dauerausstellung zu bieten hat.

Huygens in einem Kaestchen in Rom gefunden
Fuer Louwman war das Sammeln eine Leidenschaft, wie er bereitwillig zugibt. "Urlaube waren meinen Suchaktionen sogar untergeordnet. Auf einer Suche in Rom, in einer abgelegenen Gasse, machten wir in einem kleinen Laden mit allerlei alten Brillen unsere groesste Entdeckung. In einem Kaestchen mit alten Linsen fanden wir eine originale Linse von Huygens, von ihm selbst geschliffen und signiert."

Abfolge von Meisterwerken
Obwohl die Sammlung eine Abfolge von Meisterwerken ist, ziehen das personliche Opernglas von Marie Antoinette und das binokulare Teleskop von Patroni aus dem Jahr 1719 ohne Zweifel viel Aufmerksamkeit auf sich. Ersteres wirkt wie ein Schmuckstuck: kunstvoll verziert, handlich, gefertigt aus Porzellan, Silber und geschwarztem Elfenbein.

Patroni ist unter den Teleskopen wie die Nachtwache
Der Patroni aus der Louwman Collection ist ohne Zweifel die „Nachtwache“ unter den Teleskopen. Nicht nur, weil das Teleskop in jeder Hinsicht das Sinnbild der italienischen Eleganz ist, die den Beginn des 18. Jahrhunderts praegt, sondern auch, weil das Patroni-Teleskop aus der Louwman Collection aus technischer Sicht einen gewaltigen Meilenstein in der Entwicklung der Teleskope darstellt. Zudem befindet sich das Instrument noch immer in hervorragendem Zustand, und selbst das dazugehoerige 300 Jahre alte Stativ hat den Zahn der Zeit unbeschaedigt ueberstanden. Auch das ist ein echtes Unikum.

Ein Traum, die Sammlung teilen zu konnen
"Ein Traum", so begrundet Louwman den Aufbau und die Offnung der enormen Sammlung fur die Offentlichkeit. "Als Junge wurde ich von Astronomie und Teleskopen gepackt, und das hat mich nie wieder losgelassen. Deshalb freue ich mich so sehr, meine Leidenschaft teilen zu konnen. Und das auch noch in Den Haag, ausgerechnet an dem Ort, an dem der Brillenschleifer Lipperhey in der letzten Septemberwoche 1608 das erste Teleskop der Welt vorfuhrte."

Das bestgehutete Geheimnis von Den Haag
Mit seinem Teleskop konnte Lipperhey vom Plattform oben auf dem Mauritsturm am Binnenhof in Den Haag sowohl die Fenster der Pieterskerk in Leiden als auch die Uhr der Grote Kerk in Delft sehen. Louwman: 'Die Haager Entdeckung des Teleskops ist heute vielleicht das bestgehutete Geheimnis der Hofstadt. Im Jahr 1608 war sie jedoch eine so grosse Sensation, dass sogar Prinz Moritz und der Gesandte des spanischen Konigs, Markgraf Ambrogio Spinola, sofort kamen, um die Erfindung personlich zu begutachten. Selbstverstandlich wurde dieses Ereignis festgehalten, und ich freue mich sehr, dass wir den Originalbericht dieses Treffens von Moritz, Spinola und Lipperhey in unsere Sammlung aufnehmen konnten.'

Jeden ersten Freitag im Monat

Die Sammlung kann ab sofort jeden ersten Freitag im Monat im Louwman Museum an der Leidsestraatweg 57 in Den Haag besichtigt werden.