
'Rijkspolitie Porsches' im Louwman Museum
3. Mai 2016
Vom 8. Juli bis einschliesslich 4. September 2016 findet im Louwman Museum in Den Haag die Ausstellung Rijkspolitie Porsches statt. Die Ausstellung besteht aus den dreizehn verschiedenen Modellen und Ausfuhrungen der Porsches, die die Rijkspolitie zwischen 1962 und 1996 im Einsatz hatte.
Es ist das erste Mal, dass alle Modelle gemeinsam ausgestellt werden. Viele werden sich an die Rijkspolitie-Porsches als einen vertrauten, respektierten, bewunderten und manchmal sogar gefurchteten Anblick auf den niederlandischen Autobahnen erinnern.
Anfang der sechziger Jahre gab es in den Niederlanden nur 500 Kilometer Autobahn, meist von schlechter Qualitat, noch nicht mit Leitplanken ausgestattet und oft ohne Standstreifen. Die zunehmende Verkehrsdichte, die steigende Zahl schwerer Unfalle und die ehrgeizigen Plane zum Ausbau des Autobahnnetzes verlangten nach einer passenden Losung. Die Grundung der Abteilung fur besondere Verkehrsaufgaben des Korps der Reichspolizei (auch Porsche-Gruppe genannt) war eine Tatsache.

Die deutlich erkennbaren Autos in Kombination mit der weissen Kleidung, dem orangefarbenen Topfhelm und den weissen Handschuhen der Wachtmeister machten die Reichspolizei zu einem spektakularen Anblick. Indem sie etwa 20 Kilometer schneller fuhren als die durchschnittliche Geschwindigkeit des uebrigen Verkehrs, die sogenannte ueberholende Ueberwachung, wurden Verkehrsteilnehmer bei Bedarf korrigiert, verwarnt und erst im aussersten Fall mit einem Bussgeld belegt. Das Protokoll war nicht laenger ein Ziel, sondern ein Mittel.
Die Beamten dieser Eliteeinheit erhielten damals eine umfassende Ausbildung, bevor sie mit dem Porsche auf die Strasse durften. Ausgewaehlte Beamte mussten mindestens 25 Jahre alt sein, Fahrerfahrung und Verkehrsverstaendnis besitzen und selbstverstaendlich in guter koerperlicher Verfassung sein. Auch eine ausfuehrliche psychologische Untersuchung war Teil des Auswahlverfahrens. Zudem wurden verheiratete Bewerber mit einem oder mehreren Kindern bevorzugt, da man annahm, dass sie ein groesseres Verantwortungsbewusstsein haetten.
Neben den dreizehn verschiedenen Modellen und Ausfuhrungen der Porsches sind auch ein damals von der Reichspolizei eingesetzter Range Rover, zwei BMW-Motorrader und Uniformen der Reichspolizei Teil der Ausstellung.