
Killing Pace
1903
E. Pryson, ein Künstler, über den wenig bekannt ist, schuf eine Lithografie, die auf Vanitas und memento mori verweist (bekannte Leitmotive in der westlichen Kunst). Das Symbol für Vanitas ist ein Totenschädel. Die dominante Platzierung eines Totenschädels vorn auf dem Automobil deutet darauf hin, dass das Paar hinter dem Steuer seinem unvermeidlichen Schicksal entgegenfährt. Vanitas steht symbolisch für die Vergänglichkeit des Lebens, die Sinnlosigkeit des Vergnügens und die Gewissheit des Todes und damit für die Nichtigkeit von Ehrgeiz und weltlichen Begierden. Der Herr hinter dem Steuer ist mehr mit dem Trinken seines Champagners beschäftigt als mit dem Fahren seines Automobils. Die Dame neben ihm ist offenbar zu betrunken, um sich darum zu kümmern. Die Lithografie lässt vermuten, dass dies womöglich ihre letzte Vergnügungsfahrt im Leben sein wird. Memento mori bedeutet im Lateinischen wörtlich „Gedenke zu sterben“, und der Titel der Lithografie „Killing Pace“ sagt ihre Zukunft deutlich voraus. Die Lithografie wurde von der Continental Coloring Company in Chicago gefertigt und betont die Gefahren des Trinkens und Führens eines Automobils. Die Lithografie ist auffällig in einen schwarzen Rahmen mit rotem Band eingefasst und erinnert etwas an eine Trauerkarte. Der Rahmen wurde im Auftrag von der Keiser Art Studio in Chicago angefertigt.


