
Die verschiedenen Varianten des Bugatti Type 57
4. September 2014
Eines der bekanntesten Modelle von Bugatti ist der Type 57, ein Modell aus den dreissiger Jahren. Eine Mischung aus einem elegant aussehenden Motor in einem traditionellen Fahrgestell, meist mit einer auffalligen Karosserie versehen.
Der Bugatti Type 57 ist in die Geschichte eingegangen als der bekannteste Nicht-Rennwagen von Bugatti. Es ist daher auch der Typ, von dem das Werk in Molsheim viele Exemplare gebaut hat, etwa 700 Stuck. Nur vom Type 44 wurden noch mehr produziert. Die Produktion lief von 1933 bis Ende der dreissiger Jahre.
Zur Einfuhrung des Typs 57 beim breiten Publikum prasentierte Bugatti auf dem Pariser Autosalon 1934 ein Modell mit einer aussergewohnlichen Karosserie, die fur enormes Aufsehen sorgte. Die Karosserie wirkte fast futuristisch. Es handelte sich um einen sogenannten Roadster, einen offenen Zweisitzer mit Kopfstutzen fur Fahrer und Beifahrer. Diese zogen sich nach hinten bis etwa zur Halfte des fur einen Bugatti langen Hecks. Laut zeitgenossischen Berichten wurde gesagt, dass er wie ein Flugzeug aussah.

Das Modell ist als Grand Raid bekannt und ist eines von sechs Bugattis, die im Louwman Museum zu sehen sind.
Indem Bugatti dieses besondere Auto als Publikumsmagnet auf den Stand stellte, rueckte es die einfacheren Ausfuehrungen des Typs 57 tatsaechlich in den Schatten.
Der Typ 57 war der erste Bugatti, zu dem Ettore Bugattis Sohn Jean seinen Beitrag leistete. Der kunstlerisch veranlagte Jean hatte einen deutlichen Einfluss auf das Design der verschiedenen Modelle, die vom Typ 57 gefertigt wurden. Ursprunglich wurde der Typ 57 als Zweisitzer gebaut, war spater aber auch in einer viersitzigen Ausfuhrung erhaltlich.
Im Bugatti Katalog von 1934 wurden bereits vier verschiedene Modelle aufgefuhrt, Galabier, Ventoux, Stelvio und Grand Raid.



Ein Jahr spaeter kam die Atalante hinzu und 1938 folgten die Aravis und die Atlantic. Die beiden zuerst genannten Typen waren Viersitzer, waehrend die anderen zwei Glueckliche befoerderten.
Die technischen Spezifikationen des Autos waren fur jene Zeit beeindruckend. Ein sehr elegant aussehender Achtzylindermotor in Reihe lieferte genugend Leistung (ca. 135 PS), um dem schweren Wagen dennoch bemerkenswerte Fahrleistungen zu verleihen.

Das Fahrgestell war typisch Bugatti: robust, aber ein wenig altmodisch. Starre Hinterradaufhangung und nur begrenzt unabhangige Vorderradaufhangung. Kein reinrassiger Sportwagen, aber ein ideales Auto fur lange, schnelle Fahrten.
De introductie van het nieuwe model viel goed en de orders kwamen binnen. Veel van de auto’s werden compleet door de Bugatti fabriek zelf afgeleverd, dus met carrosserie. Dit was bijzonder in die tijd. De zelf ontworpen koetsweken kwamen tot stand onder leiding van Jean Bugatti, die de diverse modellen een eigen identiteit gaf. Alleen de bijzonder modellen, zoals de Grand Raid, werden “buitenshuis” gemaakt. In het geval van de eerder genoemde auto op de salon van Parijs, was dit Gangloff, een van origine Zwitsers bedrijf dat jaren daarvoor het gereputeerde bedrijf Widerkehr uit Colmar had overgenomen. In het Louwman Museum is overigens een Renault 40CV Type JP Touring voorzien van een Widerkehr koetswerk te bewonderen.
Obwohl die Leistung des Typs 57 fuer jene Zeit mehr als beachtlich war, galt der Wagen dennoch nicht als sportlich genug. Daher wurden zwei Varianten entwickelt: eine mit abgesenktem Fahrgestell, der 57 S (Surbaisse), sowie eine Version mit einem kraftvolleren, mit einem Kompressor ausgestatteten Motor, der 57 C (Compresseur) mit einer Leistung von etwa 160 PS. Spaetere Motoren wurden weiter gesteigert und erreichten fast 200 PS. Damit wurde auch dem in den Augen mancher etwas staubigen Charakter des Typs 57 ein Ende gesetzt. Die exklusivste Variante des 57 war das Modell SC, ausgestattet mit dem tieferen Fahrgestell und dem aufgeladenen Motor. Die Coupeversion dieses Modells, Atlantic genannt, gilt fuer viele als der begehrenswerteste Bugatti ueberhaupt. Es existieren noch zwei originale Exemplare.
Einige der in dem Katalog von 1934 aufgefuhrten Typen waren nach Bergpassen benannt. Dies stellten sich auch als die meistverkauften Modelle heraus.

Die eher exotischen Modelle wie der Atalante und der Aravis fanden weniger Absatz. Die Preise dieser Modelle lagen ebenfalls deutlich hoher.
Schliesslich wurde eine Version des Typs 57 entwickelt, mit der ein Traum von Vater und Sohn Bugatti in Erfullung gehen sollte: ein Sieger der 24 Stunden von Le Mans. Dies war so ziemlich das einzige Rennen, das (noch) nicht von Bugatti gewonnen worden war. Der Wagen erhielt die Bezeichnung 57 G und war ein leicht leistungssteigerter Typ 57 (also mit einem Motor ohne Kompressor), ausgestattet mit einer stark stromlinienformigen, vollverkleideten Karosserie nach dem Tankmodell. Diese Form war von Bugatti bereits fruher bei Grand-Prix-Wagen aus den fruhen zwanziger Jahren verwendet worden. Der traditionelle Bugatti-Kuhler, stets ein prominenter Blickfang am Wagen, war sogar unter der Stromlinienverkleidung verborgen.

Der Wunsch ging in Erfullung. Der Wagen gewann 1937 und auch zwei Jahre spater, 1939, wurde erneut gewonnen. In diesem Jahr wurde es sogar ein Doppelsieg. Soweit das uberhaupt noch notig war, hatte sich der Typ 57 endgultig in den Geschichtsbuchern verewigt.
Peter Helbach