
Louwman Museum beim Goodwood Revival 2014
31. Oktober 2014
Auch in diesem Jahr war das Louwman Museum bei der Motorsportveranstaltung vertreten, die auf der Rennstrecke von Goodwood stattfindet: dem Revival Meeting.
Die Rennstrecke wurde auf der Trasse der Umgehungsstrasse des Flugplatzes angelegt, die zu Beginn des Zweiten Weltkriegs von der britischen Luftwaffe gebaut wurde. Zwischen 1948 und 1966 wurde die Strecke intensiv fur Auto- und Motorradrennen genutzt, geriet danach jedoch in Vergessenheit. 1998 liess der Eigentuemer des Anwesens, Lord March, die Rennstrecke wiederherstellen, und seitdem finden dort jahrlich mehrere Veranstaltungen statt, darunter im September das dreitagige Goodwood Revival Meeting.
Rennen
Es wird mit Autos aus der Periode 48-66 in verschiedenen Klassen gerannt. Das bedeutet, dass die Zuschauer (dazu spater mehr) sich an Autos wie der Ferrari 250 GTO, Jaguar D-type, Maserati 250F und BRMs sattsehen konnen. Damit wird bis aufs Messer um einen Podiumsplatz gekampft. Auch historische Tourenwagen sind dabei; so ist es ein fantastischer Anblick, wenn Jaguar Mk VIIs im Drift von winzigen Austin A35 gejagt werden. Mini Coopers und Ford Lotus Cortinas mischen sich ungehemmt unter amerikanische Ford Galaxies und Falcons. Ford GT40 im Kampf mit McLaren-Chevrolets sorgen, als ob das alles noch nicht genug ware, fur viel Spektakel, Spannung und Sensation.
Wer ist wer
Das Revival Meeting ist nicht nur beim autoaffinen Publikum sehr beliebt, auch beruehmte Rennfahrer aus Vergangenheit und Gegenwart geben dort gerne ihr Stelldichein. Die Liste der ausgezeichneten Fahrer ist lang: Sir Stirling Moss, der 1962 in Goodwood beinahe toedlich verunglueckte, ist jedes Jahr dabei. Ebenso Jackie Stewart, Danny Sullivan, Arturo Merzario, Derek Bell und viele andere.
Auch die BEs (bekannte Engländer) wie der Komiker Rowan Atkinson, Nick Mason (Schlagzeuger von Pink Floyd) und der TV-Moderator Tiff Needell sind gern gesehen und koennen sehr gut fahren. Um nur ein paar zu nennen.

Jaguar D-Type
Eine Ikone des Autorennsports, der Jaguar D Type, wurde dieses Jahr besonders gewurdigt. Das Louwman Museum war eingeladen, mit dem Jaguar D-Type XKD 606, dem Wagen, mit dem die Fahrer Flockart und Bueb 1957 das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewannen, Teil einer beeindruckenden Sammlung von 30 Jaguar D-Types und einigen XKSS (der Strassenversion des D-Type) zu sein, um das 60. Jubilaum dieses Modells zu begehen. Jeden Tag fuhren diese D-Types mehrere schnelle Runden hintereinander als Ehrung fur dieses legendare Modell.

Earls Court
Auf dem Innenbereich der Rennstrecke wurde die Fassade des alten Londoner Earls Court nachgebaut. Earls Court war jahrzehntelang der Ort, an dem die London Motor Show stattfand, das englische Gegenstuck zu „unserer“ RAI. Im Inneren wurde der von Giugiaro entworfene Maserati Medici Show Car aus dem Louwman Museum ausgestellt, zusammen mit anderen „cars of the future“; Autos, die zum Zeitpunkt ihrer ersten Prasentation radikal anders waren als alles, was man damals auf der Strasse sah. Unter anderem waren prachtvolle Exemplare des Alfa Romeo Montreal, De Tomaso Mangusta und des Facel Vega II zu sehen.

Besucher und Kleiderordnung
In der britischen Presse wurde diese Veranstaltung als living theatre beschrieben. Denn alles auf und rund um die Rennstrecke ist konsequent im Stil der glorreichen Jahre der Strecke (der 40er, 50er und 60er Jahre) gehalten: die Autos, die Gebaude, Lautsprecheranlagen, Hilfsdienste, aber auch das Publikum wird dazu angehalten, sich entsprechend zu verkleiden. Fur alle, die keine passende Kleidung dabeihaben, bieten die vielen Geschaefte am Eingang (!) Abhilfe. Denn wer nicht mitmacht und in Jeans und T Shirt erscheint, fallt furchtbar aus dem Rahmen.

Uber die Strasse
Wer 2015 plant, die Veranstaltung zu besuchen, muss sich rechtzeitig darum kummern – in diesem Jahr waren die Tickets fur den Samstag bereits zwei Monate fruher ausverkauft. Aber auch ohne Eintrittskarte muss sich der Autoliebhaber nicht langweilen: Ein Teil der Veranstaltung findet ausserhalb der Rennstrecke statt, auf der anderen Seite der Zufahrtsstrasse. Dort gibt es Hunderte von kleinen Ladenstanden und einen nostalgischen Jahrmarkt. Potenzielle Kaufer von Oldtimern werden im Auktionssaal von Bonhams oder bei Handlern klassischer Fahrzeuge fundig.
Wer nur schauen und nicht kaufen mochte, findet dazu den Oldtimerparkplatz. Dort wird der Stolz und die Freude der Besucher ausgestellt, fast soweit das Auge reicht. Tausende Klassiker der unterschiedlichsten Marken. Einige vergessene Alltagsmarken wie Standard, Triumph, Jowett, Wolseley, Riley oder Hillman, aber auch viele exklusive Autos, mit denen die Besucher einfach uber die Strasse angereist sind.

Fur einen ausfuhrlichen Eindruck von dieser Veranstaltung konnen Sie sich unten die Slideshow mit Fotos ansehen, die von Redaktionsmitglied Phil Seed aufgenommen wurden.
Phil Seed