
Bédélia BD2 MG
Die Bedelia ist ganz aus Versehen entstanden! Im Jahr 1909 hatten die jungen Pariser Studenten Robert Bourbeau und Henri Devaux einen Unfall mit ihrem Motorrad. Die Maschine war ein Totalschaden und da sie kein Geld fur ein neues Motorrad hatten, beschlossen sie, selbst eines zu bauen, basierend auf ihrem Wrack und einigen losen Teilen. Das Ergebnis war eine Kreuzung aus einem Flugzeugrumpf und einem Motorrad.
In der schmalen Karosserie konnen zwei Personen hintereinander sitzen, der Passagier vorne und der Pilot hinten. Das Fahrzeug wurde nicht aus kommerziellen Grunden entworfen, aber es wurde schnell sehr beliebt, sodass man sich fur eine Serienproduktion dieses bemerkenswerten Autos entschied. Damit wurden diese beiden Ingenieure zu Pionieren der leichten und kostengunstigen Cyclecar-Bewegung in Frankreich. Das eigenwillige Auto wurde Bedelia genannt, nach den Anfangsbuchstaben der Nachnamen der beiden Herren. Die Bedelia war erfolgreicher als die Konkurrenz, weil die Konstruktion so einfach und durchdacht war. Beispiele fur die einfache eingesetzte Technik sind die Lenkung, die mit Seilen funktioniert, die um eine zentrale Rolle gewickelt sind, und der Antrieb, der mit Ketten und Riemen arbeitet. Um zu schalten, musste der Fahrer bei den ersten Modellen wahrend der Fahrt den Antriebsriemen von Hand auf die andere Rolle umlegen. Spater wurde eine Riemenscheibe mit Rillen verwendet, wodurch das Auto eine fruhe Form eines variablen Getriebes erhielt. Der Motor ist ein zweizylindriger V-Motor eigener Konstruktion. Die Bedelia erwies sich auch im Motorsport als sehr erfolgreich: Viele Siege wurden sowohl in Frankreich als auch in England errungen. Die Produktion endete kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, aber 1920 erfolgte mit einem neuen Eigentuemer ein Neustart. Zwischen 1909 und 1925 wurden etwa 3000 Exemplare dieser sehr eigenwilligen Fahrzeuge gebaut.
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